Gretchen 89 ff.

Foto: Plakat-Ausschnitt

Seit 2017 gibt es die HDF Theatergruppe, ein Kursangebot des Hauses der Familie in Bonn. In diesem Jahr ist alles anders: denn zum ersten Mal zeigt die Theatergruppe in einer „Saison“ gleich zwei Theaterstücke. Als Wiederaufnahme aus dem letzten Jahr kann man am 3. und 4. Februar im Historischen Gemeindesaal in Bad Godesberg das Stück […]

Seit 2017 gibt es die HDF Theatergruppe, ein Kursangebot des Hauses der Familie in Bonn. In diesem Jahr ist alles anders: denn zum ersten Mal zeigt die Theatergruppe in einer „Saison“ gleich zwei Theaterstücke. Als Wiederaufnahme aus dem letzten Jahr kann man am 3. und 4. Februar im Historischen Gemeindesaal in Bad Godesberg das Stück „Gretchen 89 ff.“ von Lutz Hübner sehen.

Das ist durchaus etwas Besonderes, denn normalerweise studiert der Theaterpädagoge Ingmar Jochem mit seiner Gruppe über zwei Semester ein Stück ein, das dann im Frühjahr, meist Ende Mai, an zwei Abenden aufgeführt wird. Nun aber gibt es eine Art „Sondervorstellung“, die den Fokus auf dieses außergewöhnliche Projekt richten soll.

Außergewöhnlich deshalb, weil es als Kulturprojekt durchaus als gemeinsames Event der Bad Godesberger evangelischen Gemeinden gesehen werden kann. Organisiert durch das Haus der Familie, das sich in Trägerschaft der Thomas-Kirchengemeinde befindet, aufgeführt im historischen Gemeindesaal, der sich im Besitz der Erlöser-Kirchengemeinde befindet. Und seit drei Jahren ist unter den Schauspielern auch eine Presbyterin aus der Johannes-Kirchengemeinde.

„Ich wünsche mir, dass unsere Arbeit nicht nur als Theaterevent gesehen wird, sondern als ein Abend, an dem sich Menschen aus den Bad Godesberger Gemeinden, und natürlich darüber hinaus, begegnen.“, erklärt Ingmar Jochem, der sich auch sonst in verschiedenen Gemeinden engagiert, sei es als Leiter der Evangelischen Bücherei auf dem Heiderhof oder bald als Presbyter in der Thomas-Kirchengemeinde. Ganz besonders wichtig ist es ihm, die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg zu betonen.

Natürlich sind nicht nur kirchlich orientierte Menschen in der Theatergruppe. Jeder an Theaterarbeit Interessierte kann mitmachen, und so kommen einige Mitglieder wöchentlich aus Beuel oder sogar aus Köln angereist, um gemeinsam im HDF zu proben.

So auch das aktuelle Stück „Gretchen 89 ff“: da geht es um die sog. „Kästchenszene“ aus Faust I. Abends, Margarete ziemlich durcheinander. Das ist die Szene, die jeweils ein Regisseur oder Regisseurin mit einer Schauspielerin probt. Lutz Hübner zeigt verschiedene Typen, die man am normalen deutschen Stadttheater so finden kann: eigenwillige Regisseure, engagierte Schauspielerinnen, theorielastige Dramaturginnen, den Requisiteur, die Hospitantin … Dieser Blick hinter die Kulissen des Theaters ist nicht nur urkomisch, sondern vor allem eine Liebeserklärung an die verrückten Menschen, die da auf den Brettern, die die Welt bedeuten, tätig sind.

Parallel wird aber auch schon am neuen Stück gearbeitet, das am 8./9. Juni Premiere haben wird. Das ist für die Darstellerinnen und Darsteller eine besondere Herausforderung. Den Titel will Ingmar Jochem noch nicht verraten, nur so viel: diesmal hat sich die Gruppe einen echten Klassiker vorgenommen. Man darf gespannt sein.

„Gretchen 89 ff.“ von Lutz Hübner ist am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Februar 2024, jeweils um 19 Uhr im Historischen Gemeindesaal der Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Kronprinzenstraße 31 zu sehen. Eintritt frei – freiwilliger Beitrag willkommen.

EB