Gregor Weichsel wird stellvertretender Superintendent, Kathrin Müller Skriba
Gewählt: Gregor Weichsel (rechts) und Kathrin Müller (links) mit Superintendentin Claudia Müller-Bück. Foto: Uta Garbisch
Wahlsynode traf sich in Bad Godesberg
Es war eine Wahlsynode. Pfarrer Gregor Weichsel aus Euskirchen, bisher Skriba, wird stellvertretender Superintendent. Er setzte sich im dritten Wahlgang knapp gegen Pfarrer Tobias Mölleken aus Bad Godesberg durch. Weichsel erhielt 32 Stimmen, Mölleken 27. In das daraufhin vakante Skriba-Amt wählte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel Pfarrerin Kathrin Müller aus Wachtberg, bisher Stellvertreterin.

„Ich möchte mich intensiver mit meinen Fähigkeiten für den ganzen Kirchenkreis einsetzen. Denn es sind viele Themen, die mir am Herzen liegen und wo ich engagiert die Dinge voranbringen möchte“, so Gregor Weichsel. Als Beispiel nannte er die Zukunft der Jugendbildungsstätte in Merzbach: „Ich sehe für Merzbach eine realistische Chance und möchte dafür arbeiten.“ Zudem hält er einen Qualitäts- und Strukturprozess im Bereich Verwaltung für erforderlich. „Es kann nicht dauerhaft so sein, dass Verwaltungskosten steigen, während Gemeinden sparen müssen.“ Weichsel unterstützt die Idee, die drei Regionen des Kirchenkreises in drei Gemeinden zusammenzufassen und möchte den Komplex Sexualisierte Gewalt weiter beharrlich aufarbeiten. Sein Herz schlägt auch für die begonnene Partnerschaft mit der Rhenish Church in South Africa.
Für Demokratie und Mitmenschlichkeit
Los ging es am Vormittag mit dem Bericht von Superintendentin Claudia Müller-Bück. Sie berichtete von vielen Demonstrationen und Veranstaltungen, bei denen sich die evangelische Kirche als „Wortführer:in für Demokratie und Mitmenschlichkeit“ stark gemacht hatte. „Wir werden unsere Stimme erheben und tun, was wir können, für Mitmenschlichkeit; in Gemeinschaft mit denen, die ähnliche Werte und Ziele haben“, betonte Müller-Bück. Die Superintendentin lobte die Diakonie als „Lebens- und Wesensäußerung der Kirche“. Mit Sorge sieht sie die geplanten Mittelkürzungen des Landes NRW im Haushaltsentwurf 2025 im sozialen Bereich. „Sie könnten bei uns vor allem die Integrationsarbeit und Sozialberatung für geflüchtete Menschen betreffen“, warnte Müller-Bück.
Gewählt
Und weil es eine Wahlsynode war, bestimmten die Delegierten aus den 13 Kirchengemeinden in Bad Godesberg und der Voreifel noch viele weitere Positionen im Kreissynodalvorstand (KSV), dem Leitungsgremium des Kirchenkreises. Sie wählten Pfarrerin Kathrin Müller mit großer Mehrheit zur Skriba. Das ist die zweite Stellvertreterin der Superintendentin. Pfarrer Ulrich Zumbusch (Zülpich) bleibt ihr Stellvertreter, Tobias Mölleken wird neuer zweiter Stellvertreter. Die Synodalältesten Magdalena Winchenbach-Georgi (Bad Godesberg) und Andrea Hewig (Weilerswist) wurden wiedergewählt, Mario Mezger (Swisttal) wird neuer Synodalältester. Zu stellvertretenden Synodalältesten bestimmte die Synode Rüdiger Kloevekorn (Bad Godesberg) und Irmela Richter (Rheinbach).

Die Wahlen standen an, weil im Frühjahr die Presbyterien der Gemeinden neu gewählt worden sind. Dementsprechend sind im Kirchenkreis als Gemeinschaft der Gemeinden bzw. als die den Gemeinden übergeordnete Ebene Positionen neu zu bestimmen. Gewählt wird für acht Jahre – aber in der Regel jeweils nur die Hälfte der Positionen. So ist für Kontinuität in der Vorstandsarbeit gesorgt. Die Einführung bzw. Wiederverpflichtung aller Gewählten findet am 10. Januar 2025 statt.
Fahrplan, Antrag und Grüße
Die Synodalen beauftragten den KSV, mehrere Beschlussvorschläge zur Zukunft der Jugendbildungsstätte Merzbach vorzulegen. Darüber wir die Frühjahrssynode 2025 entscheiden. Dort wird der KSV auch einen „Fahrplan“ zu möglichen Strukturveränderungen im Kirchenkreis vorstellen und zur Entscheidung vorlegen. Das gilt auch für die sogenannte Gebäudebedarfsanalayse, für die der KSV einen detaillierten Zeitplan vorlegen soll.
An die Landessynode richtete die hiesige Synode einen Antrag. Sie möchte in Zukunft Synodenmitglieder berufen können, die zwar nicht im Kirchenkreis wohnen, aber beruflich oder persönlich in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kirchenkreis stehen.
Grußworte sprachen Landeskirchenrätin Iris Döring und die Bonner Bürgermeisterin Nicole Unterseh. „Kirche leistet einen wichtigen Beitrag, Bonn zu einer lebenswerten Stadt zu machen“, so Unterseh. Sie dankte dafür, mit der Kirche eine Partnerin an der Seite zu haben, wenn es etwa um kulturelle und soziale Verantwortung geht.
Die Kreissynode fand am Samstag, 16. November 2024, im Historischen Gemeindesaal der Erlöser-Kirchengemeinde Bad Godesberg, statt und begann mit einem Gottesdienst.