Gottesdienst mit eingebauter Protest-Aktion
Kein Wahlkampf auf Kosten von Minderheiten – dieses Anliegen bekundeten rund 60 Bad Godesberger Christinnen und Christen rund um die Pfarrer Jan Gruzlak und Rainer Fincke am Sonntag vor der Ditib-Moschee an der Koblenzer Straße.
Im Anschluss an den Gottesdienst in der Johanneskirche trugen die beiden Pfarrer und mehrere Presbyterinnen und Presbyter das Banner der erfolgreichen Mai-Aktion „Wir gehen woanders hin“ mit der Aufschrift: „Schalom – Frieden – Salam. Für ein friedliches Miteinander in Bad Godesberg , Deutschland und weltweit“ den spontan sich anschließenden Gottesdienstbesuchern vorneweg. Ihr Weg führte sie zur nahegelegenen Ditib-Moschee an der Koblenzer Straße vor dem Straßentunnel.
Hier entstand das Foto, mit dem die Kirchengemeinde dokumentieren will, dass sie einen Wahlkampf auf Kosten von Minderheiten wie zum Beispiel Muslimen ablehnt. Die Johannes-Kirchengemeinde schließt sich damit dem Anliegen der Pressekonferenz vom 15.04.2014 der Religionen in der Stadt Bonn an.
Diese kritisieren und missbilligen einen Wahlkampf, der religiöse Symbole missbraucht und insbesondere den Islam zum Sündenbock für vorhandene Probleme mache.
Pfarrer Jan Gruzlak: „Uns ist wichtig, dass unsere Aktion einer christlichen Gesinnung entspringt. Die Menschen schlossen sich als überzeugte Kirchgänger an. Übrigens spontan. Niemand wusste bis zum Beginn des Gottesdienstes von dem Vorhaben.“
Der Theologe ergänzt: „Toleranz ist eine zentrale Botschaft des Evangeliums: Gott ist Garant der Religionsfreiheit, Jesus ist solidarisch mit allen, die geächtet werden, der Heilige Geist ermuntert zu friedlichem Miteinander.“
EB/gar / 14.04.2014
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