Zukunft entwickeln

Alle Gebäude sollen auf den Prüfstand, zum Beispiel das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Foto: Kirchengemeinde

Zukunftswerkstatt im Mai, weniger Pfarrdienst und eine Gebäudestrukturanalyse: Das Presbyterium der Kirchengemeinde Swisttal hat auf einer Gemeindeversammlung über Pläne und Vorhaben für die kommenden Jahre informiert. Das Presbyterium schlug der Gemeinde vor, spätestens 2023 die eigentlich erst 2030 zwingend notwendige Pfarrstellenreduktion auf eine Pfarrstelle für die Gemeinde vorzuziehen. Dadurch ergeben sich Einsparungen in Höhe von […]

Zukunftswerkstatt im Mai, weniger Pfarrdienst und eine Gebäudestrukturanalyse: Das Presbyterium der Kirchengemeinde Swisttal hat auf einer Gemeindeversammlung über Pläne und Vorhaben für die kommenden Jahre informiert.

Das Presbyterium schlug der Gemeinde vor, spätestens 2023 die eigentlich erst 2030 zwingend notwendige Pfarrstellenreduktion auf eine Pfarrstelle für die Gemeinde vorzuziehen. Dadurch ergeben sich Einsparungen in Höhe von etwa 70.000 Euro im Jahr. Bislang bestehen dort 1,75 Pfarrstellen.

Außerdem wird die Gemeindeleitung eine Gebäudestrukturanalyse beauftragen. Deren Ergebnisse sollen eine Orientierung geben: Welche Maßnahmen sind möglich, um die Ausgaben für die Gebäude zu senken, die Gebäude klimaneutral zu ertüchtigen und die Auslastung zu steigern. Das könne bedeuten, die Verantwortung für bestimmte Gebäude abzugeben und die Möglichkeit für weitere gemeindliche oder gottesdienstliche Nutzungen vertraglich zu regeln. Auch hier müssten mittelfristig, das heißt in den kommenden drei bis fünf Jahren, weitere finanzielle Entlastungen für die Gemeinde erzielt werden.

Am 7. Mai 2022 wird eine Zukunftswerkstatt mit externer Moderation stattfinden. Eingeladen sind alle interessierten Gemeindemitglieder. Hier sollen gemeinsam Vorschläge zur weiteren Entwicklung der Gemeinde entwickelt werden. Eine Anmeldung ist ab sofort unter swisttal@ekir.de möglich.

Rücklagen sind fast aufgebraucht

Wie fast alle Kirchengemeinden verliert auch die Evangelische Kirchengemeinde Swisttal Mitglieder. Die Kirchensteuereinnahmen gehen leicht zurück. Die Kosten für Gebäudeunterhalt und Personal steigen. Daher konnte der Haushalt in den vergangenen Jahren nur durch Rücklagen gedeckt werden. Diese seien nun weitgehend aufgebraucht, so die Kirchengemeinde.

Der Kreissynodalvorstand habe die Gemeinde darum aufgefordert, ihren Haushalt zu sanieren. Finanzielle Entlastungen seien vor allem durch Einsparungen im Personalbereich und hier vor allem bei den Pfarrstellen sowie durch die Reduktion des Gebäudeunterhalts zu erzielen.

Das Presbyterium wünscht sich vor diesem Hintergrund einen gemeinsamen Prozess, der möglichst viele Gemeindemitglieder, die Kommunalgemeinde und Interessierte zusammenbringt, um gute Möglichkeiten für „Evangelische Kirche in Swisttal“ bei zurückgehenden Mitteln zu finden. Es sei bereits in der Veranstaltung deutlich geworden, dass engagierte Gemeindemitglieder dazu bereit sind. Bereits jetzt konnte die Gemeindeleitung nach dem Ausscheiden einiger beruflich Mitarbeitenden aus Altersgründen im Jahr 2021 nicht alle Stellen im selben Umfang wiederbesetzen. Grund dafür sei vor allem die veränderte finanzielle Situation.

Die Gemeindeversammlung tagte am 30. Januar 2022 in der Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal. Etwa 60 Gemeindemitglieder informierten sich über die vielfältigen Veränderungen, die die Gemeinde aktuell bewältigen muss.

EB/gar