„Freundlichkeit gewinnt“

"Freundlichkeit gewinnt": Mitglieder der Berufskollegsklasse mit ihrem Stand auf dem Bonner Remigiusplatz. (Foto: Uta Garbisch)

Mit Tee, Plätzchen und dem Motto „Freundlichkeit gewinnt“ haben heute 21 angehende Industriekaufleute in Bonn für mehr Freundlichkeit unter den Menschen geworben. Die Idee entstand im Religionsunterricht von Pfarrerin Bärbel Bressler.

„Viele wollen erst gar nicht glauben, dass wir umsonst etwas verschenken“, berichtet Annika Klein. Die 21-Jährige hatte die erste Idee zu der Aktion. „Die Gesellschaft wird immer egoistischer, dabei ist das Miteinander so wichtig. Und dafür kann jeder etwas tun.“ Die Reaktionen der Passanten auf dem Bonner Remigiusplatz seien sehr positiv, Gespräche entwickelten sich. Die gesamte Klasse des Friedrich-List-Berufskolleg Bonn-Bad Godesberg war dafür am heutigen Donnerstag, 9.30 bis 13.30 Uhr auf dem Platz präsent.

Annika Klein (rechts) in Aktion. Sie hat die Idee für die Aktion. (Foto: Uta Garbisch)

Annika Klein (rechts) in Aktion. Sie hat die Idee für die Aktion. (Foto: Uta Garbisch)

Die Welt menschlicher machen

In letzter Zeit gebe es viele schlechte und beängstigende Nachrichten, so die Initiatoren. „Vorurteile werden schnell gegenüber anderen Personen gefällt. Eine nette Geste wird immer seltener.“ Die Klasse IND152 wollte daher zusammen mit ihrer Religionslehrerin, Pfarrerin Bärbel Bressler, ein kleines Zeichen setzen, dass es auch anders geht.

Die Idee entstand im Religionsunterricht: „Wir hatten uns mit dem Thema extremistischer Salafismus und Scientology auseinandergesetzt und standen unter dem Eindruck, mit welcher Kälte und Kalkül Menschen verführt werden“, berichtet Bressler. Die Klasse meinte, auch im gesellschaftlichen Miteinander eine zunehmende Kälte wahrzunehmen. Sie überlegte, wie man dem entgegenwirken könnte. An erster Stelle stand das eigene persönliche Handeln: freundlich zu sein zu Menschen, die nicht dem engen persönlichen Umfeld angehören. Dann entstand die Idee, eine freundliche Geste dorthin zu bringen, wo sie nicht erwartet wird: auf die Straße Fremden gegenüber. Bressler: „Wir hoffen, durch das Verschenken von Tee und Plätzchen Menschen darüber ins Nachdenken bringen zu können, wo sie selbst unsere Welt ein wenig freundlicher und menschlicher machen können.“

Froh und ein wenig stolz auf das Engagement ihrer Klasse: Pfarrerin Bärbel Bresser. (Foto: Uta Garbisch)

Froh und ein wenig stolz auf das Engagement ihrer Klasse: Pfarrerin Bärbel Bresser. (Foto: Uta Garbisch)

LupeDie Unterstufenklasse von Industriekaufleuten zählt 13 Schülerinnen und acht Schüler, die evangelisch, römisch-katholisch, muslimisch oder ohne Konfession sind. Sie sind zwischen 17 und 27 Jahre alt. Die Theologin Bärbel Bressler ist seit 2013 kreiskirchliche Pfarrerin am Friedrich-List-Berufskolleg in Bad Godesberg. Eine Bonner Bäckerei unterstützte die Aktion, indem sie die Plätzchen spendiert. Der Bonner Kirchenpavillon hat für Nachschub beim Tee gesorgt.

 

Uta Garbisch / 26.11.2015

Geschrieben von Dr. Uta Garbisch am 04. Dezember 2015