Er war ein evangelischer Mensch

Am 15. September starb Georg Terpitz nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren. Bis 2001 war er Pfarrer der Christus-Kirchengemeinde, der Vorgängerin der Thomas-Kirchengemeinde. Kollege und Wegbegleiter Ernst F. Jochum erinnert an ihn.

Georg Terpitz kam zu Ostern 1977 mit seiner Familie aus Essen zu uns nach Bad Godesberg, aus einer lebendigen Gemeinde brachte er Erfahrungen in neuen Formen der Gemeindearbeit mit. Jugendliche bei uns erlebten seine interessierte Offenheit für sie. Er kümmerte sich um die Kindergärten, die Bücherei hat er gefördert. Dem Söderblomhaus galt sein besonderes Engagement, immer wieder rückte er dieses Gemeindehaus am Rande  (Weißenburgstraße 79) in den Fokus der Aufmerksamkeit. Auf seine Initiative hin verließen wir am Himmelfahrtstag die Kirchenmauern  feierten und Gottesdienste unter freiem Himmel, Gemeindetage wurden daraus. Im Treffpunkt Bibel lernten  ihn Gemeindemitglieder als gedankenreichen und überzeugenden theologischen Gesprächspartner kennen.

Sein besonderes Engagement galt der weltweiten Ökumene. Er wurde nicht müde, uns dafür zu gewinnen, über den Tellerrand der Gemeinde hinauszusehen, unsere Verantwortung für die Christen weltweit wahrzunehmen und von ihnen zu lernen. Durch eine Gemeindefahrt nach Genf-Bosset zum Weltrat der Kirchen bekamen viele Teilnehmerinnen Geschmack an der Ökumene. Er wurde ein maßgeblicher Konstrukteur der Partnerschaft unseres Kirchenkreises mit dem Kirchenkreis Mbandaka im Kongo. –

Georg Terpitz gehörte zu den Initiatoren eines gemeinsamen Gemeindebriefs, „Tandem“, der mit der damals selbständigen katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz an der Cheruskerstraße über mehrere Jahre herausgegeben wurde.

Viele schätzten Georg Terpitz wegen seiner wunderbaren Fröhlichkeit und positiven Lebenseinstellung. Er war ein evangelischer Mensch, einer, der die „Freiheit, zu der uns Christus befreit hat“ (Paulus), verstanden und gelebt hat. Er ließ Menschen ihren Freiraum, und er akzeptierte sie mit ihrer Meinung. Dabei diskutierte er gerne und zeigte sich als unabhängiger Geist. Die Mitarbeitenden ließ er ihren Arbeitsbereich nach ihren Vorstellungen gestalten. – Georg Terpitz war uneitel. Es ging ihm um die Sache, nicht um seine Person. – In seinen Predigten beleuchtete er Aspekte unseres Lebens von biblischen Texte her und gab uns neue Gedanken mit in die Woche. Selbstverständlich hatte für ihn das Evangelium Ausstrahlungen in den sozialen und politischen Bereich. –

Am 21. September haben Familie, Freunde und Gemeinde von ihm Abschied genommen mit dem Dank an Gott, der uns seine Gnade in den Begabungen von Georg Terpitz  geschenkt hat.

Ernst F. Jochum, Pfarrer i.R.

 

 

 
 

 

28.09.2010

 

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Geschrieben von Pressereferat BGV am 28. September 2010