Dienen zum Wohl der Gemeinschaft

Dr. Albrecht von Cossel. Foto: Ebba Hagenberg-Miliu

Er war einer, der sich, für viele Bonner beispielhaft, bis ins hohe Alter hinein für das Gemeinwohl engagierte: Albrecht von Cossel, der vor einer Woche im Alter von 99 Jahren in Bad Godesberg starb. Der Spross einer im pommerschen Köslin beheimateten preußischen Adelsfamilie und promovierte Jurist hatte hauptberuflich von 1971 bis 1992 Karriere als Generalsekretär […]

Er war einer, der sich, für viele Bonner beispielhaft, bis ins hohe Alter hinein für das Gemeinwohl engagierte: Albrecht von Cossel, der vor einer Woche im Alter von 99 Jahren in Bad Godesberg starb.

Der Spross einer im pommerschen Köslin beheimateten preußischen Adelsfamilie und promovierte Jurist hatte hauptberuflich von 1971 bis 1992 Karriere als Generalsekretär des Johanniterordens gemacht. Für besondere Verdienste erhielt er vom Orden den Titel des Ehrenkommendatoren.

Kaum im Ruhestand, ließ sich der Top-Organisator 1992 von der Bonner Ministergattin Brigitte Schröder für die ehrenamtliche Geschäftsführung der von ihr gegründeten großen Freiwilligenorganisation „Evangelische Krankenhaus- und Altenheim-Hilfe“, die „Grünen Damen und Herren“, werben: Die sind auch heute weiter bundesweit in Krankenhäusern und Altenheimen helfend aktiv.

1999 übernahm von Cossel den ehrenamtlichen Vorsitz des 1996 gegründeten Hospizvereins Bonn. Sein Vorgänger Karl Erich Diedrichs, ein Generalleutnant a.D., habe gesagt: „Albrecht, Du musst mein Amt übernehmen. Ich kann das nicht mehr“, erzählte von Cossel dem GA später mit dem ihm typischen trockenen Humor. „Da habe ich mich eben gefügt. Ich habe ja nicht gewusst, was auf mich zukam.“ Bis 2007 sollte er die schwierige Aufbauarbeit inklusive 2005 die Mitgründung von Bonns stationärem Hospiz am Waldkrankenhaus (vormals der fünf evangelischen Gemeinde Bad Godesbergs, heute der Johanniter) mit großem Elan betreiben.

Aktiv war von Cossel als Gründungsmitglied bis ins hohe Alter auch im Rotary Club Bonn Kreuzberg. In seiner Traueranzeige im GA schreibt der Club, von Cossel habe bis zuletzt mit seinem scharfen Intellekt und Humor in seinen Bann gezogen und an Hilfsprojekten teilgenommen. Das Ideal des Dienens zum Wohl der Allgemeinheit habe er stets vorbildlich gelebt.

In der Festschrift zum 25-Jährigen des Hospizvereins Bonn 2022 zitierte der damals 98-jährige vor genau einem Jahr gegen alle Todesfeigheit William Shakespeares Verse von der Furchtlosigkeit vor dem Sterben: „Der Tod, das Schicksal aller, kommt, wann er kommen soll.“

Die Bonner Trauerfeier für den gläubigen Christen findet am Dienstag, 12. Dezember, ab 11 Uhr in von Cossels evangelischer Gemeindekirche, der Erlöserkirche, Rüngsdorfer Straße, statt. Am 19. Dezember wird von Cossel, der auch Träger des Bundesverdienstkreuzes war, nach einer weiteren Trauerfeier im niedersächsischen Wienhausen begraben.

Text und Foto: Ebba Hagenberg-Miliu