Barrierefreie Webseite selbstverständlich

Foto: Andi Weiland / www.gesellschaftsbilder.de

Seit Ostern 2021 hat die Kirchengemeinde Euskirchen eine neue Webseite. Barrierefreiheit war bei der Planung kein großes Thema – es war selbstverständlich. „Über das Warum mussten wir erst gar nicht nachdenken“, sagt Presbyterin Tammy Peiter. Deshalb hat ekir.de das Projekt jetzt im Rahmen des Aktionsmonats „Sehbehindertensonntag“ vorgestellt. Die bundesweite Aktion will im Juni für die […]

Seit Ostern 2021 hat die Kirchengemeinde Euskirchen eine neue Webseite. Barrierefreiheit war bei der Planung kein großes Thema – es war selbstverständlich. „Über das Warum mussten wir erst gar nicht nachdenken“, sagt Presbyterin Tammy Peiter. Deshalb hat ekir.de das Projekt jetzt im Rahmen des Aktionsmonats „Sehbehindertensonntag“ vorgestellt. Die bundesweite Aktion will im Juni für die Belange von Blinden und sehbehinderten Menschen in Kirchengemeinden sensibilisieren.

„Es ist einfach zeitgemäß, dass neue Internetseiten auch inklusiv gedacht werden. Außerdem haben wir Gemeindemitglieder, die von einer Sehbehinderung betroffen sind.“ Tammy Peiter arbeitet hauptberuflich als IT-Beraterin und hat den Relaunch gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Ron Doderer auf den Weg gebracht.

Ein Plug-in sorgt für Barrierefreiheit

Für die neue Website haben sie von dem Hosting-Angebot der Evangelischen Kirche im Rheinland Gebrauch gemacht, das neben Kirchengemeinden auch von Ämtern, Werken und Einrichtungen innerhalb der Landeskirche genutzt werden kann. Es basiert auf dem Content-Management-System WordPress. „WordPress ist ein Baukastensystem, in dem man nach Wunsch verschiedene Plug-ins, also Erweiterungsprogramme zur Software, auswählen kann“, erläutert Tammy Peiter. Damit könnten zum Beispiel die Herrnhuter Losungen auf der Webseite eingebunden oder Termine aus Datenbanken ausgespielt werden. Und ein entsprechendes Plug-in kann dafür sorgen, dass die gesamte Webseite barrierefrei ist.

Jedes Foto braucht einen Bildtext

„Wir haben verschiedene getestet und uns dann für eins entschieden, das prominent auf der Seite sichtbar ist und viele Funktionalitäten bietet für Anwender, die keinen separaten Screenreader benutzen“, sagt Tammy Peiter. Das sei besonders wichtig, denn Sehbehinderungen sind vielfältig und oft genügt eine größere Schrift oder ein anderer Kontrast, dass Inhalte gelesen werden können. Das Plug-in zur Barrierefreiheit optimiert die Webseite im Hintergrund nun so, dass bei geringer Sehbehinderung kein Bildschirmleseprogramm notwendig ist. Unabhängig vom Einsatz des Plug-ins oder eines Screenreaders muss vordergründig dann noch auf Kleinigkeiten geachtet werden, zum Beispiel, dass jedes Foto auch eine beschreibende Bildunterschrift erhält.

Gut sichtbar auf der Startseite: die Leiste mit den verschiedenen Funktionalitäten. Foto: Screenshot

Verschiedene Browser, verschiedene Möglichkeiten

Einstellungen zur Optimierung von Funktionalitäten sind grundsätzlich auch im Browser möglich, doch Tammy Peiter hält ein Plug-in für die bessere Lösung: „Verschiedene Browser haben verschiedene Möglichkeiten zu Einstellungen. Eine Website selbst so zu programmieren, dass sie bei allen möglichen Optionen funktioniert, ist fast unmöglich. Ein geeignetes Plug-in sorgt dafür, dass es Browser-unabhängig gleich gut läuft.“
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Simone Becker/ekir.de/gar