An Gesicht gewinnen

Fachberatung für Islamfragen, Jugendbildungsstätte Merzbach, das Godesheim und die Kirchengemeinde Swisttal – einen ganzen Tag bereiste Oberkirchenrat Jürgen Dembek diese vier Stationen im Kirchenkreis.

Der zuständige theologische Dezernent der Landeskirche hält solche Besuche für unverzichtbar: „Der Kirchenkreis gewinnt so deutlich an Gesicht“, unterstreicht Dembek.
Etwa das Gesicht von Pfarrerin Iris Gronbach, die im Evangelischen Jugendhilfezentrum Godesheim als Seelsorgerin arbeitet. Die meisten Kinder und Jugendlichen dort haben in ihren kurzen Leben schon furchtbare Erlebnisse durch gestanden. Die Pfarrerin im Probedienst ist ansprechbar für alles, was ihnen auf dem Herzen liegt. Sie bereitet mit ihnen Jugendgottesdienste vor und versucht, eine neue Form der Gemeinschaft in der Einrichtung aufzubauen.
Jürgen Dembek kannte und wertschätzte diese Arbeit schon vor seinem Besuch. „Aber es ist schon ein qualitativer Unterschied, die Pfarrerin selbst zu erleben.“ Daher denkt  er auch über die Zukunft dieses Arbeitsfeldes nach, das der Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel und die Axenfeld-Stiftung als Träger der Einrichtung gerne weiterführen würden. „Wir müssen noch genauer überlegen, wie sich diese überzeugende Arbeit nach dem Ende des Probedienstes fortsetzen lässt“, so der Oberkirchenrat.

 

Die Fachberatung für Islamfragen und Begegnung mit Muslimen war eine weitere Besuchsstation. Pastorin Beate Sträter macht Bildungs- und Beratungsangebote, initiiert und pflegt Kontakte zu Muslimen und ihren Gemeinden vor Ort. Für Jürgen Dembek ist klar, dass diese Arbeit die Nähe zur Basis braucht, etwa auf Kirchenkreis- oder regionaler Ebene. Gleichzeitig denkt er darüber nach, „wie sich diese zunehmend wichtige Arbeit landeskirchlich absichern“ lasse. Etwa im Bereich der Koordinierung. Hier sei die Frage, wie die Landeskirche ihrer Verantwortung nachkommen könne. Im April hatte sich die Synode des Kirchenkreises dafür stark gemacht, die landeskirchliche Beratungsstelle für christlich-muslimische Begegnung am Theologischen Zentrum der Kirchlichen Hochschule Wuppertal und nicht im Landeskirchenamt anzusiedeln, um eine gewisse Unabhängigkeit in diesem Arbeitsfeld zu gewährleisten. Dem folgte die Landessynode nicht.
Als „Kunstgebilde ohne gewachsene Struktur“ bezeichnete Presbyteriumsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Ehmann die Kirchengemeinde Swisttal. Zur 1983 gegründeten Gemeinde gehören drei Gemeindezentren, zwei Kindertagesstätten und zwei Pfarrer. Neben der finanziellen Konsolidierung des defizitären Gemeindehaushalts steht für das Presbyterium die zukünftige Entwicklung im Vordergrund. Jugendarbeit, Kirchenmusik, Diakonie und die Kindertagesstättenarbeit bilden die vier Schwerpunkte, auf die das Leitungsgremium setzt.
Ein Besuch mit vielen Gesichtern, Gesichtszügen und Kontakten – das soll es über Kreissynoden und Visitationen hinaus in Zukunft jährlich geben. Darin sind sich Oberkirchenrat Jürgen Dembek und Superintendent Dr. Eberhard Kenntner einig.

 

 
 

 

Uta Garbisch /

 

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Geschrieben von Pressereferat BGV am 15. Februar 2006