Unterwegs in Berlin

Für viele der Einstieg in den (Kirchen)Tag. Jeden morgen 9.30 Uhr gibt es eine Reihe von Bibelarbeiten. Hier mit Eddi Hüneke 2015 in Stuttgart. Foto: kirchentag.de

Weit über 1.000 Menschen aus Bonn und der Region machen sich seit dem heutigen Mittwoch auf den Weg nach Berlin zum Deutschen Evangelischen Kirchentag.

Vom 24. Mai bis zum Abschlussgottesdienst am Sonntag, 28. Mai, am Elbufer in Wittenberg werden dort mehr als 100.000 Dauerteilnehmer erwartet. Nahezu 3.000 rheinische Mitwirkende verzeichnet das Programm und knapp 700 in der Organisation des Kirchentags.

Ganz früh am Mittwochmorgen, 6 Uhr, haben sich sich etwa 100 überwiegend Jugendliche in Sonderbussen im Rahmen der zentralen Fahrt des Jugendreferats des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel in die Hauptstadt aufgemacht. Ihre Route: Wachtberg – Rheinbach – Swisttal. In Berlin werden sie gemeinsam ein Gemeinschaftsquartier beziehen. „Reiseleiter“ und Jugendreferent Rainer Steinbrecher gibt ihnen eine besondere Aufgabe für die Tage in Berlin auf den Weg. Möglichst viele „Promis“, denen die Jugendlichen begegnen, sollen folgenden Satz vervollständigen: „Ich bin gerne evangelisch, weil …“. Festgehalten wird die Antwort in Bild und Ton auf dem Smartphone. Um solche O-Töne will sich auch Mathias Mölleken kümmern. Der Superintendent und Pfarrer reist mit einer Gruppe seiner Meckenheimer Gemeinde zum Kirchentag. Etliche andere Kirchengemeinden manchen es ebenso. Viele Besucher und Besucherinnen aller Generationen reisen zudem auf eigene Faust vom Rhein an die Spree.

Chöre, Posaunen und mehr – viele wirken mit

Viele Menschen aus Bonn und der Region gestalten den Kirchentag auch aktiv mit: als Sänger und Sängerin, mit Posaunen, als Pfadfinder beim Ordnerdienst oder mit eigenen, besonderen Veranstaltungen im Programm. Gleich zwei mal kommt das „Festival der Reformatorinnen“ auf die Bühne. Das Schauspiel über die besondere Rolle von 13 Frauen in der Reformationszeit entstand unter der Leitung von Sabine Cornelissen, Frauenbeauftragte im Kirchenkreis, und Pfarrerin Dagmar Gruß aus Bonn. Christoph Nicolai aus Bad Godesberg ist im Zentrum Bibliodrama/Bibliolog dabei. „Gunst finden – reicht das? Versöhnung brauche ich … “ lautet das Thema seiner Veranstaltung.

Der Friesdorfer Pfarrer Siegfried Eckert lädt zum feiern, diskutieren und träumen ein

In guter Tradition ist auch der Godesberger Pfarrer Siegfried Eckert mit herausragenden Veranstaltungen wieder auf dem Kirchentag präsent. Donnerstagabend hat er in der Berliner Messe einen „Feierabend“ mit dem bekannten Theologen und Autor Fulbert Steffensky und dem Jazz-Pianisten Michael Wollny organisiert zu dem Lutherlied „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Freitagnachmittag diskutiert der Friesdorfer Pfarrer unter dem provokanten Motto „An einem Tisch!?“ bereits in Wittenberg mit anderen Theologen über ökumenische Träume und „Visionen für eine Ökumene nach 2017“.

Poetisches und Tanz mit Gotthard Fermor

Der Bonner Theologe Gotthard Fermor, auch seit Jahren ein beliebter Kirchentagsaktiver, präsentiert in Berlin sein einzigartiges, poetisch-musikalisches Rilke-Projekt zusammen mit dem Troisdorfer Saxofonisten Jürgen Hiekel und dem Pianisten Josef Marschall aus Remagen. Zudem lädt Fermor, Direktor des rheinischen PTIs in Godesberg, am Freitagmorgen in der Berliner Messe zu einer Bibelandacht zum Mittanzen.

#Fluchtgedenken: Schweigeminute für mehr als 10.000 Tote

Mit einer Gedenkveranstaltung am Berliner Hauptbahnhof und einer großen Plakatkampagne protestiert ein breites Bündnis von kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen gegen das Sterben im Mittelmeer. Sie schließen sich damit der Schweigeminute beim 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin an. Sie erinnern unter dem Motto ,Du siehst mich – Siehst du mich?‘ mit einer Schweigeminute in allen Kirchentagsveranstaltungen an mehr als 10.000 Menschen, die in den vergangenen drei Jahren auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Der Kirchentag unterbricht dafür sein gesamtes Programm für die Toten der europäischen Außengrenzen am Freitag, 26. Mai 2017, um 12 Uhr. Mit dabei im Programm von #Fluchtgedenken sind Präses Manfred Rekowski, Fulbert Steffensky, Eddi Hüneke, Judy Bailey und Christel Neudeck.

Viele Infos auch: https://www.kirchentag.de

ger/gar