Video ist keine Einbahnstraße

Das Licht im Video weitergeben: Mitmachaktion in Euskirchen. Foto: Pixabay

Zur Osternacht hat die Kirchengemeinde Euskirchen ihre Gemeindemitglieder eingeladen, sich mit eigenen kurzen Videoclips zu beteiligen. Sie filmen sich zu Hause beim Weiterreichen eines Lichtes. Diese Sequenz wird dann im Video in der Osternacht aufgegriffen. „Die Mitmachaktion macht deutlich, dass der Videogottesdienst keine Einbahnstraße ist. Das Gemeindeleben ist nicht tot, auch wenn wir uns nicht treffen können“, fasst Pfarrer Gregor Weichsel den Gedanken hinter der Aktion zusammen.

In Euskirchen werden solche Videos inzwischen ganz regelmäßig produziert. Ganz aktuell erscheinen die virtuellen Angebote zum Osterfest an Karfreitag, 10. April, um 10 Uhr und in der Osternacht am Samstag, 11. April, um 22 Uhr. Sie bleiben für die kommenden Tage abrufbar, wie alle bisherigen Gottesdienste.

Auch die Kleinen sind im Blick, zweimal in der Woche mittwochs und sonntags erscheint der Kindergottesdienst mit einer Geschichte aus der Bibel und Liedern zum Mitsingen. Eltern schicken Rückmeldungen, zum Beispiel das Foto vom Nachspielen einer Bibelgeschichte. Ältere Kinder benutzen die Handys von Mama oder Papa, um direkt zu kommunizieren.

Wachsende Zugriffszahlen, wenn via YouTube die Glocken läuten

 

Die Videogottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde Euskirchen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Schon der letzte öffentliche Gottesdienst mit eingeschränkter Besucherzahl vom 15. März 2020 wurde zugleich online zu Verfügung gestellt. Seit dem 22. März produzieren die Protestanten für jeden Sonntag einen Videogottesdienst. Zu Beginn der Karwoche zählte der erste Gottesdienst 890 Aufrufe von 592 einzelnen Nutzern.

Über 100 Abonnenten und Abonnentinnen sind live dabei, wenn sonntags pünktlich um 10 Uhr via YouTube die Glocken läuten. „Wir sind überrascht, dass inzwischen so viele unsere Gottesdienste schauen, dass wir sie gar nicht alle gleichzeitig in unsere Kirche bekommen würden“, freut sich Pfarrer Frank Thönes. Und sein Kollege Edgar Hoffmann ergänzt: „Diese Form sammelt auch Menschen, die sonst nicht im Gottesdienst sind, denen die Botschaft aber etwas bedeutet.“

Die Jugend trifft sich inzwischen online im Videochat. Die SuppenKirche läuft weiterhin als SuppenKirche „ToGo“. 60 bis 70 Menschen erhalten seit nun drei Wochen eine Mahlzeit zum Mitnehmen.

Links zu den Videos auf: www.ev-kirche-euskirchen.de

EB/gar