Medaille für Gero Nölken

Gero Nölken (links) erhielt im Kreishaus in Siegburg Verdienstmedaille und Urkunde aus den Händen von Landrat Sebastian Schuster. Foto: Rhein-Sieg-Kreis

Mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde jetzt Gero Nölken aus Wachtberg ausgezeichnet. Der Grund: Sein jahrzehntelanges Engagement für die Integration von Geflüchteten und im kirchlichen Bereich.  Seitdem Ende der 1980er Jahre der „Ökumenische Arbeitskreis“ in Wachtberg gegründet wurde, hat sich Nölken hier engagiert. 1990 wurde daraus offiziell der „Ökumenische Arbeitskreis zur Betreuung von Aussiedlern und Asylbewerbern“ in Wachtberg. Seit 2015 ist Gero Nölken auf evangelischer Seite erster Vorsitzender des Arbeitskreises.

Geflüchtete integieren

Der Arbeitskreis hat zum Ziel, die Ökumene in der Gemeinde zu verankern und Geflüchtete in Wachtberg zu integrieren. Für die Verwirklichung dieses Ziels bringt sich der Wachtberger ganz praktisch ein: mit der Unterstützung Geflüchteter bei Behördengängen, bei Wohnungsbesichtigungen, bei der Suche nach Ausbildungs- und Praktikumsplätzen sowie bei anfallendem Schriftverkehr. Hinzu kommt, zusammen mit dem Arbeitskreis, die Organisation des wöchentlichen Kleiderpavillons, des „Samstagstreffs“, und die Koordination der Übernahme von Patenschaften für Familien. „Heute basiert die Flüchtlingshilfe auf dem Drei-Säulen-Modell, einer Zusammenarbeit des Deutschen Roten Kreuzes, der Gemeinde Wachtberg und des Ökumenischen Arbeitskreises“, heißt es in der amtlichen Ordensbegründung. Gero Nölkens beispielhafter Einsatz für die Integration habe eine hohe Tragweite für das Allgemeinwohl, so die amtliche Ordensbegründung.

Gero Nölken unterstützt darüber hinaus gehend den Arbeitskreis mit der Organisation von ökumenischen Bibelwochen, Gottesdiensten und Diskussionsabenden zu theologischen Themen. Dank des Arbeitskreises wird die Ökumene in Wachtberg gelebt.

Zusammenhalt stärken

„Dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderfällt, dass Zusammenhang und Zusammenhalt gestärkt werden – das geschieht eben nicht von allein, sondern das geschieht durch den tagtäglichen Einsatz derer, die für sich selber eine wichtige Aufgabe entdeckt haben und ihr mit Leidenschaft nachgehen“, mit diesen Worten überreichte Landrat Sebastian Schuster an Gero Nölken die Ordensinsignien verbunden mit den Glückwünschen des Ministerpräsidenten Armin Laschet und der Regierungspräsidentin Gisela Walsken.

„Mir ist bei meinem Engagement für die geflüchteten Menschen immer der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe wichtig gewesen, so dass sie es schaffen, hier in Deutschland auf eigenen Füßen zu stehen“, unterstrich Gero Nölken bei der Ordensverleihung die persönliche Motivation für seinen Einsatz.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige und damit höchste allgemeine Verdienstauszeichnung. Er wurde 1951 als Instrument des Dankes für herausragendes Engagement zum Wohle der Allgemeinheit vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und wird seitdem durch den amtierenden Bundespräsidenten verliehen – bis heute rund 248.400 Mal.

Den Verdienstorden gibt es in acht verschiedenen Stufen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.

Text: Rhein-Sieg-Kreis/gar

Stabübergabe

Foto: Verabschiedung und Dank (von links: Diakon Ludger Roos, Gero Nölken, Kurt Zimmermann, Dr. Harald Uhl, Pfarrer Günter Schmitz-Valadier)

Gero Nölken übernimmt die Leitung des Ökumenischen Arbeitskreises Wachtberg.

Nach 25 Jahren in der Leitung der Initiative zur Betreuung von Aussiedlern und Asylbewerbern gemeinsam mit Kurt Zimmermann hat Harald Uhl seine Funktion an Gero Nölken übergeben. Dieser ist selbst langjähriges Mitglied des Arbeitskreises und war zuletzt Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Wachtberg. Bei den Wahlen im Februar hatte er nicht mehr kandidiert. Er ist unter Telefon (0228) 34 28 40 zu erreichen. Das neue Leitungsteam mit Kurt Zimmermann und Gero Nölken garantiert die effiziente Fortsetzung der langjährigen Integrationsarbeit, so die Verantwortlichen.

Den Schwerpunkt der gegenwärtigen Hilfstätigkeit des Arbeitskreises mit seinen rund 50 Mitgliedern bildet die sogenannte Dritte Säule der aktuellen Flüchtlingsbetreuung in den verschiedenen Ortsteilen Wachtbergs. Dies geschieht gemeinsam mit der Verwaltung der Kommunalgemeinde und dem Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes. In mehreren Sprachkursen in Niederbachem und Pech, mit Unterstützung des Schulunterrichts, mit dem Kleiderpavillon in Ließem, einer wöchentlichen Familienbegegnung für alle Altersgruppen in Berkum und Pech und zahlreichen Beratungsmaßnahmen ist eine umfangreiche Betreuungstätigkeit verbunden. Eine von der Evangelischen Kirchengemeinde finanzierte Teilzeitkraft koordiniert die Angebote. Kontakt: Ilze Daugintyte-Singer, Telefon 0151 213 124 35. Interessierte an ehrenamtlicher Mitarbeit sind willkommen und können sich mit ihr in Verbindung setzen.

Der Ökumenische Arbeitskreis Wachtberg wurde 1990 auf Anregung von Richard Diehl zur Unterstützung von deutschen Aussiedlern aus der Sowjetunion gegründet. Weitere Aufgaben stellten sich durch kurdische und andere Minderheitenfamilien aus der Türkei, die aus  Konfliktzonen nach Deutschland flüchteten. Während der Jugoslawienkriege vertriebenen bosnischen Familien wurden bei der Rückkehr in ihre Heimat mit Geld- und Sachspenden für den Wiederaufbau ihrer häufig völlig zerstörten Häuser unterstützt.

EB/gar