Ein verlässliches Netzwerk

Masken können schützen: Engagierte Näher*innen bei der Arbeit. Foto: Collage Kirchenkreis

Der Hilferuf kam schon vor Ostern: Ärzte und Mitarbeitende aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete in Bad Godesberg drängen darauf, dass alle Bewohner und Mitarbeiter so schnell wie möglich eine Behelfs-Mund-Nasen-Maske tragen. So sollen die Menschen in dieser Unterkunft vor einem Ausbruch von Corona bewahrt werden.

Und der Erfolg ist riesig. Über 1.000 Masken haben engagierte Menschen in verschiedenen Größen genäht. So konnten nicht nur die etwa 250 Bewohner in der Deutschherrenstraße mit je zwei Masken versorgt werden. Auch die Bewohner des Evangelischen Altenhilfezentrum Ernst-Stoltenhoff-Haus in Mehlem erhielten 300 Masken. Jetzt stehen größere Wohneinheiten für Geflüchtete auf der Liste. Zwischen 50 und 80 Männer, Frauen und Kinder sind dort untergebracht. Auch hier sollen ein Ausbruch und Quarantänemaßnahmen verhindert werden: „Bitte vermeiden Sie gemeinsam, dass ganze Häuser und Wohnunterkünfte unter Quarantäne gestellt werden“, steht in einem Brief an die Familien. Alles auch auf Kurdisch, Farsi und Arabisch, damit alle den Nutzen der Masken verstehen.

Imke Schauhoff und Bärbel George von der Evangelischen Flüchtlingshilfe Bad Godesberg koordinieren die großangelegte Aktion im Bonner Süden. „Gut, dass wir so ein Netzwerk haben, auf das man sich verlassen kann“, kommentieren sie den Erfolg. Die beiden Lehrerinnen profitieren nun auch davon, dass sie durch die Aktion „Ehrenamtliches Klassenzimmer“ in der ZUE gut bekannt sind. Zudem sind sie durch ihr Engagement in der Anlaufstelle Café Contact vielen Geflüchteten vertraut.

Das Gelingen beruht auf viel Engagement. Täglich sammeln die Godesbergerinnen gespendetes „Rohmaterial“ in Form von Bettlaken, Bettbezügen und Gummibändern ein und leiten es an die ehrenamtlichen „Behelfs-Mund-Nasenmasken-NäherInnen“ weiter. Sie sorgen dafür, dass das richtige atmungsaktive Vlies zum Einsatz kommt. Wenn Nähgarn oder Gummiband fehlt, bitten sie auch Freunde, Nachbarn oder Verwandte um rasche Hilfe.

Fertige Masken können am Axenfeld-Gemeindehaus der Erlöser-Kirchengemeinde in einen Briefschlitz geworfen werden. Dann sorgen die beiden Ehrenamtlichen für das spezielle Waschen vor dem Einsatz der Masken.

Wer das Projekt unterstützen möchte:
Sammel- und Abgabeort ist der Eingang zum Axenfeld-Gemeindehaus, Habsburger Straße 9, 53173 Bonn-Bad Godesberg. Auch Spenden sind jederzeit willkommen.

Nähaufruf-Behelfs-Mund-Nasen-Masken