Selbst – und Nächstenliebe üben

Foto: Konstanze Ebel

Du sollst Gott lieben und Deinen Nächsten wie Dich selbst, heißt es in der Bibel. Gute Idee, finden viele, aber wie macht man das? Konstanze Ebel und Regina Uhrig bieten ab September eine neue Gruppe an, die unter dem Motto „Kommt und seht!“ dieser Frage auf den Grund geht. Denn immer wieder entsteht Rastlosigkeit statt Gotteserlebnis, herrschen Machtspiele statt Nächstenliebe vor. Diese Muster wollen sie durchbrechen, um Begegnung wieder möglich zu machen.

Mögliche Themenfelder sind dabei der eigene Lebens- und Glaubensweg, Konflikte, Gottesbilder oder die Endlichkeit. Dabei kommen Methoden aus der gewaltfreien Kommunikation und der TZI, Gespräche, Kleingruppen, Einzelarbeit und Stille zum Einsatz. Regina Uhrig ist Supervisorin und Mediatorin, Konstanze Ebel engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Thomas-Kirchengemeinde und deren Familienbildungsstätte.

Insgesamt sind zwölf wöchentliche Termine geplant: jeweils donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Erster Termin ist Donnerstag, 10. September 2020. Treffpunkt ist das Jugendheim der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg an der Christuskirche, Hohenzollernstraße/Ecke Friesenstraße. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden erwünscht. Die Teilnehmendenzahl ist auf zwölf begrenzt.

Infos und Anmeldung bei Regina Uhrig unter regina.uhrig@ekir.de oder 0171- 26 57 827.

Flyer Kommt und seht

Kümmern um Fremde ist Auftrag der Nächstenliebe

Leiten mit großem Rückhalt den Kirchenkreis weiter: Edgar Hoffmann, Norbert Waschk, Andrea Hewig, Ulrich Zumbusch und Frank Bartholomeyczik (v.l.n.r.). Foto: Uta Garbisch

Herbstsynode traf sich in Bonn-Friesdorf

Geprägt von großer Einmütigkeit tagte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Ob Wahlen, Beschlüsse oder Haushalt: Nahezu alles wurde einstimmig verabschiedet. Auch im kommenden Jahr unterstützt der Kirchenkreis die hauptamtliche Flüchtlingsarbeit mit bis zu 45.000 Euro. Davon fließen als weitere Anschubfinanzierung zwei Drittel in die Region Euskirchen, der übrige Betrag in die Rhein-Sieg-Region. Hier und in Bad Godesberg, wo die Gemeinden diese Arbeit finanzieren, haben insgesamt drei Koordinatorinnen ihre Arbeit aufgenommen.

„Das Kümmern und Verantwortlich-Sein für den oder die Fremde ist ein unabweisbarer Auftrag im Sinne der christlichen Nächstenliebe“, betonte Mathias Mölleken. „Inzwischen geht es zunehmend um die Integration von jetzt hier lebenden Flüchtlingen“, so der Superintendent und Meckenheimer Pfarrer. Es gelte, diese Menschen auf ihre Asylverfahren vorzubereiten und zu begleiten. „Dann wird konkrete Hilfe benötigt, in unserer Gesellschaft anzukommen.“ Dieses Engagement müsse konzentriert fortgesetzt werden. Bereits in diesem Jahr hatte der Kirchenkreis für diesen Zweck 50.000 Euro investiert.

Einstimmige Wiederwahlen

Wichtige turnusmäßige Wahlen für den Vorstand des Kirchenkreises standen am Vormittag auf der Tagesordnung. Alle Personalentscheidungen wurden einstimmig getroffen, nur die Betroffenen enthielten sich jeweils. Der Bad Godesberger Pfarrer Norbert Waschk übernimmt für weitere acht Jahre die Stellvertretung des Superintendenten. Die Pfarrer Ulrich Zumbusch aus Zülpich und Edgar Hoffmann aus Euskirchen bleiben für die gleiche Zeit erster und zweiter Stellvertreter der Skriba. Wie bisher gehört Andrea Hewig (Weilerswist) dem Kreissynodalvorstand als Synodalälteste an. Frank Bartholomeyczik (Meckenheim), bislang stellvertretendes Mitglied, wurde ebenfalls gewählt.

Werkstatt für die Zukunft

Superintendent Mathias Mölleken vor der Synode. Er hatte außerdem Geburtstag und bekam ein Ständchen. Foto: Uta Garbisch

Superintendent Mathias Mölleken vor der Synode. Er hatte außerdem Geburtstag und bekam ein Ständchen. Foto: Uta Garbisch

„Wo wollen wir als Kirchenkreis und Kirchengemeinden 2030 stehen?“, fragte Mölleken die Abgeordneten. Zur Beantwortung dieser wichtigen Frage regte er in seinem Tätigkeitsbericht die Bildung einer „Projektgruppe Zukunft“ an. Als „Werkstatt“ solle sie Visionen für Kirche sammeln und entwickeln. Das Ziel sei „Dasein für andere in Seelsorge und Gemeinwesenarbeit“. Strukturelle Fragen um Finanzen, Personal oder neue Kirchenkreiszuschnitte sollten in diesem Denkraum eng mit der Möglichkeit zur spirituellen und physischen Rekreation verknüpft werden. Den Ball nahm sein Bonner Kollege Eckart Wüster gerne auf. Er erinnerte daran, dass die dortige Synode Gespräche über Fusionen schon vor einigen Jahren beschlossen hatte.

Forschung ohne Einwilligung?

Kritisch äußerte sich Mölleken zu einer Novelle des Arzneimittelgesetzes, über die der Bundestag am kommenden Mittwoch abstimmen will. Sie soll die fremdnützige Forschung an nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen in Deutschland erlauben, auch wenn der konkrete Patient keinen persönlichen Nutzen davon hat. Es handele sich keineswegs um harmlose Tests, sondern um Forschung am Gehirn und am zentralen Nervensystem. In der Gesetzesvorlage seien tödliche Folgen nicht ausgeschlossen. Betroffen wären alle Nichteinwilligungsfähigen, die nicht oder nicht mehr in der Lage sind, selbst zu entscheiden, ob sie an einem medizinischen Versuch teilnehmen wollen. Besonders gefährdet seinen alle, die keine schützende Familie im Hintergrund haben. Eine gesellschaftliche Debatte ist nach Möllekens Worten unabhängig vom Abstimmungsergebnis erforderlich.

Fast ausgeglichen: Haushalt 2017

Das Kirchenparlament verabschiedete den Haushalt für das Jahr 2017 mit einem Gesamtvolumen von 3,36 Millionen Euro. Bei den insgesamt sieben Handlungsfeldern bilden Erziehung und Bildung mit 746.000 Euro den größten Posten. 711.000 Euro fließen in diakonische und soziale Arbeit, 682.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge. Vorgesehen ist eine Entnahme von etwa 22.000 Euro aus Rücklagen.

Die Abgeordneten beschäftigten sich außerdem mit den Planungen für das 500-jährige Reformationsjubiläum, die auf die große Reformationsgala „Luther – teuflisch gut“ als absolutem Höhepunkt am 31. Oktober 2017 zulaufen. Weitere Themen waren die aktuelle Pfarrstellen- und Personalplanung und die mögliche Deckelung der kreiskirchlichen Umlage. Letztere soll zunächst im Finanzausschuss weiter beraten werden.

Gewählt, beauftragt und gegrüßt

Gemeindezentrum Pauluskirche: Hier tagte die Synode. Foto: Uta Garbisch

Gemeindezentrum Pauluskirche: Hier tagte die Synode. Foto: Uta Garbisch

Die Synodalen aus den 13 Kirchengemeinden bestimmten die Vorsitzenden von insgesamt drei synodalen Ausschüssen. Christoph Müller (Wachtberg) leitet wie bisher den Fachausschuss für Kirchenmusik, sein Stellvertreter ist Christian Frommelt (Bad Godesberg). Für Kinder und Jugend bleibt Stefanie Rave (Euskirchen) zuständig, vertreten von Daniel Schöneweiß (Bad Godesberg). Neuer Vorsitzender im Finanzausschuss wird Wolfgang Budinger (Wachtberg), sein Stellvertreter ist Frank Bartholomeyczik (Meckenheim). Neue Synodalbeauftragung für Migration wird Claudia Müller-Bück, Skriba und Pfarrerin in Swisttal.

Die Synode traf sich zur diesjährigen Herbsttagung im Gemeindezentrum Pauluskirche der Evangelischen Thomas-Kirchengemeinde. In ihrem Grußwort lobte Bezirksbürgermeisterin Simone lobte Stein-Lücke die Arbeit der Kirchen. „Sie sind etwas ganz besonders in unserem Land und es wird viel zu selten darüber gesprochen.“ Grüße überbrachten Kirchenrat Eckart Schwab von der Rheinischen Landeskirche, Superintendent Eckart Wüster vom Nachbarkirchenkreis und die Meckenheimer Pfarrerin Back-Bauer als Vorstandsmitglied der Telefonseelsorge Bonn/Rhein-Sieg e.V.