Pianist Aeham Ahmad spielt aus seinem Programm „Music for Hope“ in der Johanneskirche in Bad Godesberg

Internationale Bekanntheit erlangt Aeham Ahmad durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ während des Bürgerkriegs in Syrien. (Foto: Niraz Saied)

Flucht und Vertreibung hat Aeham Ahmad am eigenen Leib erfahren müssen. Er gehört der palästinensischen Minderheit in Syrien an und lebte mit seiner Familie bis 2015 im Flüchtlingscamp Jarmuk (Damaskus), wohin bereits sein Großvater 1948 aus Palästina floh, als der Staat Israel gegründet wurde. Mittlerweile hat sich das ehemalige Flüchtlingslager zu einem offenen Stadtteil von Damaskus entwickelt, doch herrschen dort seit Jahren katastrophale Zustände.

Immer wieder geriet die Siedlung zwischen die Fronten verschiedener Seiten und ist inzwischen in weiten Teilen zerstört. Ahmad spielte unter Lebensgefahr mit seinem Klavier auf einem Rollwagen in den Straßen Jarmuks, um durch das gemeinsame Musizieren den Menschen in seiner Heimat ein wenig Hoffnung und Freude zu schenken. Im Frühjahr 2015 verbrannten die Islamisten aufgrund des dort verhängten Musikverbotes vor seinen Augen sein Instrument und er musste fliehen.

Inzwischen lebt Aeham Ahmad in Deutschland. Bei seinen Konzerten singt er sich die Sorgen und die schrecklichen Erlebnisse seiner Flucht aus Syrien, die Angst um seine Familie von der Seele.

„Music for Hope“ am 17. Februar in Bonn:

Am 17. Februar 2017 um 19.00 Uhr tritt Ahmad mit seinem Programm 2Music for Hope“ in der Johanneskirche in Bonn Bad Godesberg (Zanderstr. 51) auf. Der Pianist und Sänger spielt arabische, aber auch europäische Musik und singt Lieder in arabischer Sprache, die übersetzt werden. Der Eintritt ist frei. Spenden für syrische Flüchtlingshilfe werden erbeten.

Im Dezember 2015 wurde ihm der erste Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte in der Bundeskunsthalle Bonn verliehen. „Aeham Ahmads Geschichte zeigt, dass Beethovens Freiheitswille und sein Glaube an die Kraft der Musik bis in unsere Gegenwart nichts von ihrer Bedeutung verloren haben“, sagte der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan bei der Preisverleihung.

Weitere Infos: www.johannes-kirchengemeinde.de

JoNo / 29.01.2017