Frauen und Musik

Elisabeth Cruciger (ganz vorne, gespielt von Judith Weichsel) beim "Festival der Reformatorinnen". Foto: Meike Böschemeyer

Thematischer Gottesdienst am 16. Juli in Swisttal-Heimerzheim: Musik gibt dem Glauben einen Ton, dem Wort einen Klang. Allerdings blieben den Liederdichterinnen lange Zeit wegen der patriarchalischen Verhältnisse des christlichen Abendlandes allenfalls Nischen, um Musik zu schaffen.

Auch während der Reformation blieben Liederdichterinnen wie Elisabeth Cruciger (eG 67) die Ausnahme. Inzwischen ist aber ein großer Schatz an christlichen Liedern und Gesängen von Frauen entstanden.

Der Fachausschuss für Frauenfragen hat einen Gottesdienst zu diesem Thema vorbereitet und lädt herzlich ein. Es werden Lieder von Frauen vorgestellt und gesungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Leben und Werk der Reformatorin Elisabeth Cruciger sowie Edith Stein, von der wir auch ein Lied im Gesangbuch finden (eG 619).

Der synodale Fachausschuss für Frauenfragen gestaltet diesen besonderen Gottesdienst. Er beginnt am Sonntag, 16. Juli 2017, um 10 Uhr in der Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim, Sebastianusweg 5-7.

Im Ausschuss sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus allen Gemeinden des Kirchenkreises. Sie befassen sich dabei mit frauenspezifischen Fragen.

Festival der Reformatorinnen – Theaterstück gastiert in Swisttal

Nie um einen Kommentar verlegen: die Wirtin (Simone Silberzahn), rechts. Foto: Meike Böschemeyer Foto: Meike Böschemeyer

Gleich 13 Frauen schlüpfen am 24. Juni in die Rollen von historischen Geschlechtsgenossinnen, die die reformatorische Bewegung auf sehr unterschiedliche Weise in ihrer Ausbreitung vorangetrieben haben: als Regentin, Theologin, Pädagogin, Pfarrfrau, Liederdichterin oder Schriftstellerin. Dabei sind etwa Katharina Schütz, eine frühe feministische Theologin. Und natürlich Katharina von Bora, die als entflohene Nonne großes ökonomisches Geschick und die Pfarrhauskultur entwickelte. Alle historischen Personen werden auf der Bühne lebendig. „Ihre Hoffnungen, Ängste und das Ringen um ihren Glauben und die Kirche werden sichtbar“, sagt Frauenbeauftragte Sabine Cornelissen, die selbst die Rolle der Katherina übernommen hat. „Die Reformation war eine Bewegung, zu der viele einfache und einflussreiche Menschen jeden Geschlechts und unterschiedlichster Herkunft gehörten.“ Gleichzeitig geht es um die Themen der Zeit: Bildung und Freiheit, Hexenverfolgung und Pest.

Mehr als ein Jahr lang haben sich die Miminnen mit „ihrer“ Reformatorin intensiv auseinandergesetzt, Quellenstudien betrieben und beim Schreiben des Textbuches historische Fakten berücksichtigt. „Für die Geschichtsbücher der Zukunft wollen wir uns mehr als einen Namen merken“, hofft Pfarrerin Dagmar Gruß. Beim Festival treten alle in historischen Kostümen auf, begleitet von Renaissancemusik und unterbrochen von einem mittelalterlichen Büffet. Die Uraufführung im März in Bonn wurde begeistert aufgenommen.

Die nächste Aufführung des Festivals findet am Samstag, 24. Juni 2017, von 18 bis 21 Uhr, in der Maria-Magdalena-Kirche Swisttal-Heimerzheim, Sebastianusweg 5-7, statt. Karten kosten 25 Euro (Vorstellung und Teilnahme am mittelalterlichen Speisentisch); ermäßigt 12,50 Euro. Kontakt: Sabine Cornelissen, Telefon: 0228 / 3078714; frauenbeauftragte-bgv@ekir.de