Sorge um eine Generation Kriegskinder

Als Frieden herrschte: Kinder sitzen auf einer Bank in Odessa, Oktober 2010. Foto: Thomas Dobbek

Der Diplom-Psychologe Thomas Dobbek von der Evangelischen Beratungsstelle ist besorgt mit Hinblick auf die neue Generation von Kriegskindern.

Weit mehr als eine Millionen Kinder und Jugendliche seien bereits aus der Ukraine geflohen. Viele von ihnen werden ihre Väter, Brüder, Onkel oder Großväter, die im Krieg kämpfen, nie wiedersehen – ein Schicksal, das sie sich mit ihren Nachbar*innen aus Russland teilen.

Das Problem: Dauerstress während der Flucht und der Verlust des Urvertrauens grabe tiefe Narben in die Seelen der Kinder. Auch traumatische Geschehnisse durch das Miterleben von Verletzung bis hin zu Mord oder Vergewaltigung hinterließen Spuren.

Auf Geflüchtete zugehen

Unsicherheit im Umgang mit Menschen, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, sei ganz natürlich, sagt Thomas Dobbek. Das Wichtigste sei es oft, ein Gefühl von Normalität und Sicherheit wiederherzustellen. Alltägliche Dinge wie der Gebrauch eines Fahrrads, geregelte Mahlzeiten, Schule – all das stabilisiere. Sich den Menschen zuwenden, ihnen ein Gefühl von Geborgenheit geben und Kinder gemeinsam spielen lassen. Und sich nicht durch eventuelle Sprachbarrieren verunsichern lassen, denn manches braucht nicht so viele Worte. Mimik und Gestik und vor allem ein Lächeln seien oft ein ebenso kurzer wie hilfreicher Weg der Verständigung. Ob eine Traumatherapie nötig ist, wird sich sowohl für Kinder, Jugendliche als auch für Erwachsene noch herausstellen.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie auf den Seiten der Beratungsstelle.

EB/gar