Geschwisterliches Zeichen

Spender/-innen aus dem Kollegium der Krankenpflegeschule Ndolage, zusammen mit Sabin Hekmat. Foto: privat

Bischof Dr. Abednego Keshomshahara aus Tansania, North-Western Diocese der ELCT, Bukoba, hat Pfarrerin Sabine Hekmat vor einigen Tagen per WhatsApp kontaktiert. Als Zeichen der Verbundenheit und Unterstützung möchte er im Namen seiner Diözese und des Krankenhaus Ndolage eine Kollekte für die vom Hochwasser betroffenen Menschen und Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel überweisen. Der Betrag soll Anfang August durch den Beauftragten für Partnerschaft (Partnership Officer) erfolgen.

„Ich finde diese Nachricht aus Tansania ein sehr herzliches und geschwisterliches Zeichen der Hoffnung unter Christen“, so die Euskirchener Krankenhausseelsorgerin. „Ein herzliches Dankeschön an alle Spender aus ihrer Diocese und dem Krankenhaus Ndolage.“

Projekt Ndolage

Spendenübergabe am 7. Mai: Für ein Krankenhaus in Tansania haben die Kirchengemeinde Euskirchen und die Krankenhausseelsorge im Marien-Hospital Euskirchen in der Passionszeit Geld gesammelt. Der Abschluss des Spendenprojektes findet im Gottesdienst im Marien-Hospital statt. Pfarrerin Sabine Hekmat sowie Schülerinnen und Schülern aus der Krankenpflegeschule gestalten den Gottesdienst.

Das Krankenhaus Ndolage liegt im Nordwesten Tansanias in der Region Kagera am Viktoriasee. In der Region leben ungefähr zwei Millionen Einwohner, ca. 60.000 Menschen im Einzugsgebiet des Krankenhauses. Medizinische Schwerpunkte sind Chirurgie, Gynäkologie und Kinderheilkunde.

Der Träger des Krankenhauses ist die Evangelisch-Lutherische Kirche von Tansania. Die finanziellen Einnahmen durch die Behandlung von Patienten reichen nicht immer aus, um Personal gut zu bezahlen und Investitionen im Krankenhaus zu tätigen. Bildung, ausreichender Lohn und Zukunftsperspektiven sind ein wichtiger Aspekt, um junge Menschen als Fachkräfte in der Region zu halten. Der deutsche Arzt Dr. Frank Beier gründete nach seiner Tätigkeit als Arzt in Ndolage, zusammen mit der Krankenhausleitung und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) vor über zehn Jahren den Poor Patients Fund (PPF). Ihr Ziel: Patienten, die sich keine Behandlung leisten können, diese zu ermöglichen.

 

Ärztliche Versorgung für arme Patienten

Weil Frauen oft aus Geldgründen zuhause, ohne fachkundige Hilfe entbinden, liegt ein Schwerpunkt der Unterstützung auf der Vor- und Nachsorge von Schwangeren. Mit einem kleinen Eigenanteil (7 Euro) und Unterstützung des PPF (50 Euro) können sich nun Schwangere eine Geburt im Krankenhaus leisten. Darüber hinaus kann jedes schwerkranke Kind für einen Eigenbeitrag von weniger als 1,50 Euro stationär behandelt werden. Den Rest, im Durchschnitt 32 Euro, zahlt der PPF. Wenn eine ambulante Behandlung ausreicht, beträgt der Eigenanteil knapp einen Euro, der Anteil aus Spendengeldern fünf. Bedürftige Erwachsene werden nach einer Einzelfallprüfung unterstützt.

Der Abschlussgottesdienst mit Spendenübergabe beginnt am Sonntag, 7. Mai 2017, um 18.30 Uhr, in der Kapelle des Marien-Hospitals Euskirchen, Gottfried-Disse-Straße 40, statt.

Weitere Informationen unter www.ev-kirche-euskirchen.de

EB /gar