Pilotprojekt „Seelsorge in Altenheimen“ startet im Herbst

Für die Seelsorge in Alten- und Pflegeheimen in den Kirchengemeinden Euskirchen, Bad Münstereifel und Zülpich wird eine neue Sonderdienststelle eingerichtet.

Dies beschloss die Evangelische Kirche im Rheinland auf Antrag des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. Die Stelle soll im Oktober besetzt werden und ist zunächst auf fünf Jahre befristet. „Hier werden die klassischen Arbeitsbereiche eines Ortspfarrers aus verschiedenen Gemeinden gebündelt“, erläutert Superintendent Eberhard Kenntner die Grundidee.

„Alte Menschen brauchen aufgrund ihrer Gebrechlichkeit oder ihrer Pflegebedürftigkeit verstärkt Begleitung“, betont Edgar Hoffmann, evangelischer Gemeindepfarrer in Euskirchen. Schon jetzt finden in den größeren Altenheimen regelmäßig Gottesdienste statt. Dieses Angebot möchte Hoffmann erweitern: „Diese Menschen befinden sich in der letzten Phase ihres Lebens. Das macht eine besondere Begleitung notwendig.“

Mit der neu geschaffenen Seelsorge-Stelle reagiert der Kirchenkreis auf die demographische Entwicklung im Bereich der Kreisstadt Euskirchen und ihrer Umgebung. Die Zahl der Menschen, die in Alten- oder Pflegeheimen ihren Lebensabend verbringen, ist stark gestiegen. Der neue Pastor bzw. die Pastorin im Sonderdienst wird alte und pflegebedürftige Menschen seelsorgerlich betreuen, etwa im Geriatrischen Zentrum in der Zülpicher Innenstadt, dem Seniorenzentrum Haus Veybach in Euskirchen oder im Haus Hardt nahe Bad Münstereifel – einer Stadt, wo viele ihren Alterswohnsitz wählen. „Das ist ein sehr wichtiges Arbeitsgebiet“, unterstreicht Karin Zumbusch. Die Zülpicher Pfarrerin betreute bislang im Rahmen ihrer Gemeindearbeit Senioren im dortigen Geriatrischen Zentrum. Vor allem Menschen, die nur für kurze Zeit im Zentrum betreut werden, benötigen in ihren Augen einen festen Ansprechpartner vor Ort.

Der Seelsorger wird sich zudem um die Familienangehörigen alter Menschen und die Mitarbeitenden in den Seniorenheimen kümmern. Er wird hierfür ein gemeindeübergreifendes Netzwerk der Seniorenarbeit mit Ehrenamtlichen aufbauen, das in die Gemeinden zurückwirkt, und Fortbildungsangebote machen. „Wir wollen diesen Prozess so qualifiziert wie möglich begleiten“, unterstreicht Superintendent Kenntner. Die im Rahmen des Pilotprojekts gesammelten Erfahrungen sollen ausgewertet werden und auch anderen Regionen des Kirchenkreises zugute kommen. Daher ist auch die Begleitung durch einen Fachmann für Praktische Theologie von der Universität Bonn geplant. 

 

 

 
 

 

Bad Godesberg-Voreifel / Pressereferat BGV / 16.07.2003

 

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Geschrieben von Pressereferat BGV am 16. Juli 2003

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